Mittelfußschmerzen
Gut zu wissen ........
Die Klinik im Film - Zu einem 3-min. Fernsehbeitrag über Schmerzbehandlungen gelangen Sie hier (einfach anklicken).
Der Mi ttelfuß befindet sich zwischen Fußwu rzel (Tarsus) und Zehen und wird aus 5 Ossa (= Knochen) metatarsalia (I-V) gebildet, die aus einer breiten, proximalen (= näher zur Körpermitte hin) Basis, Corpus (= Körper) und distalem (= weiter entfernt von der Körpermitte) Caput (= Kopf, Haupt) bestehen.
Mögliche Ursachen für Mittelfußschmerzen
Die mit Abstand häufigste Ursache für Mittelfußschmerzen ist die Mor ton Neuralgie, auch als Mor ton- Me tatarsalgie bezeichnet.
Bei dieser
Schmerzkrankheit
liegt ein
Kompressionssyndrom,
genauer gesagt, ein
Nervenkompressionssyndrom
(= ein
Krankheitszeichen, das durch mechanischen Druck entsteht)
der Plantarnerven (Nn. plantaris medialis et lateralis bzw. N.
digitales) (=
Nerven
im Bereich der vorderen
Fußsohle,
End
äste des N.
tibialis) vor,
bevorzugt zwischen den Zehen
III und IV, aber auch zwischen II und III. Dabei entstehen
Neurome
(=
schmerz
hafte, spindelförmigen Auftreibung der beteiligten
Nerven).
Die Histologie
(= Feingewebsuntersuchung) zeigt eine Fibrosierung
(= krankhafte Bindegewebsvermehrung)
bei chronischer
Ischämie
(= Minderdurchblutung infolge einer
Durchblutungsstörung).
Es liegt also eine durch mechanischen Druck verursachte
Nervenreizung vor, hpts. bei Sen
k-/Sp reiz
fuß.
Therapie bei diesen
Mittelfußschmerzen:
Zunächst wird der
Orthopäde bei Sen
k-/Sp
reizfuß geeignete Schuheinlagen
verordnen.
Medikamentöse Schmerzbehandlung (alle Formen von
Mittelfußschmerzen)
Bei anfallsartigem Beschwerdecharakter im Sinne einer echten Neuralg
ie ist die Verordnung eines Antikonvulsivums
(= ein Mittel gegen
die Fallsucht, aber auch bei anfallsartigen
Schmerzen
wirksam) angezeigt. Das
Mittel der Wahl ist Carbamazepin (z.B. Tegretal®), öfters sind
Gabapentin (z.B. Neurontin®) oder Pregabalin (Lyrica®) besser
wirksam, aber auch deutlich teurer. Die Kombination mit Baclofen
(z.B. Lioresal®) hilft Carbamazepin oder Gabapentin bzw. Pregabalin
einzusparen.
Ansonsten können sog. nichtsteroidale
Antirheumatika (NSAIDs; möglichst lang wirkende und
magenschonende wie z.B. Mobec®) versucht werden, zusätzlich
Keltican®
(= ein Mittel, das
Nervenschäden
z.T. wieder regenerieren kann). Besonders
magenschonend und auch entzündungshemmend sind die sog. COX-2
Inhibitoren, z.B. Parecoxib (Dynastat®) oder Etoricoxib
(Arcoxia®),allerdings scheint diese Stoffgruppe mit einem
Herz-/Kreislauf-Risiko verbunden zu sein, zumindest bei längerer
Therapiedauer. Es bleibt abzuwarten, ob Parecoxib und Etoricoxib
nicht auch noch vom Markt genommen werden, wie schon andere Mittel
dieser Stoffgruppe zuvor.
Spezielle
Schmerztherapie bei
Mittelfußschmerzen:
Leider erweist sich die Mor ton-
Me tatarsalgie trotz
dieser Maßnahmen bisweilen als sehr hartnäckig. In diesen Fällen ist
die
therapeutische Lokalanästhesie
(=
Behandlung mit einem örtlichen
Betäubungsmittel)
in Form von wiederholten
Nervenblockade
n des Nervus
tibialis (zwischen Innenknöchel und
Achillessehne)
mit jeweils 2-3 ml z.B. Bupivacain 0,25-0,5% hilfreich.
Bei weiter bestehenden
Schmerzen
kommt bei der Mor
ton-
Me
tatarsalgie
(gilt auch für andere Mittelfußschmerzen) als nächst höhere Therapiestufe die
kontinuierliche Blockade
des Ischiasnervs
(= dieser Nerv
versorgt auch
den Mitte
lfuß) mit Katheter mit gutem
Erfolg zum Einsatz.
Bei dieser Betäubungsmethode wird ein dünner Kunststoffschlauch
(Katheter) an der Rückseite des
Oberschenkel
s, knapp unterhalb des
Gesäß
es, dicht an den
Ischias
nerv eingepflanzt. Die Einpflanzung erfolgt durch eine handelsübliche
Kanüle hindurch, es muß also nicht "aufgeschnitten" werden. In der
Folge wird über diesen Katheter mehrmals täglich, jeweils nach
Abklingen der vorangegangenen Dosis, das
Lokalanästhetikum
(=
örtliches
Betäubungsmittel)
völlig schmerzlos nachgespritzt. In bestimmten Fällen kann zur
Verabreichung des örtlichen Betäubungsmittels durch den Katheter
hindurch auch eine kleine Pumpe angeschlossen werden. Das örtliche
Betäubungsmittel wird bei dieser Behandlung so dosiert, dass die
grobe Kraft erhalten bleibt (bei gleichzeitiger Hemmung der
Schmerzreizleitung), damit begleitend krankengymnastische
Übungsbehandlungen zur Verbesserung der Fußstatik (Stabilisierung
des Längs- und Quergewölbes) möglich bleiben.
Dass die schmerzlindernde Wirkung i.d.R. über die eigentliche
Behandlungszeit hinaus anhält, ist u.a. darauf zurückzuführen, daß
bei dieser Blockadebehandlung auch die sog. vegetativen Nerven
betroffen sind, woraus eine sehr deutliche Durchblutungssteigerung
resultiert. Im Falle der Mor
ton-
Me tatarsalgie ist
diese Behandlungsmethode kausal
(= gegen die Ursache gerichtet),
da die
Nervenstörung
ja infolge einer verminderten Durchblutung entstanden ist und eine
verbesserte Durchblutung auch den Nervenzellstoffwechsel optimiert.
Demnach ist diese Therapieform auch bei Mittelfußschmerzen
aufgrund eines
Morbus Köhler
kausal.
Zum Schluß noch eine gute Nachricht für alle Schmerzpatienten
Sozialgericht stärkt die Rechte von Schmerz patienten. Danach hat ein Schmerzpatient das Recht in einer schmerz therapeutischen Klinik behandelt zu werden, er muß also nicht irgendeine der sonst üblicherweise angebotenen Rehabilitationen akzeptieren. Hier gelangen Sie zu dem Urteil (dieses gilt sinngemäß natürlich nicht nur für die Rentenversicherungen sondern auch für Krankenkassen). Pressemitteilung dazu: http://www.pressetext.de/pte.mc?pte=051207009&phrase=schmerzklinik
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Aktualisiert: >12.03.2007</>
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